FRIEDMAN Weekly #92 - Komfort heißt aus gutem Grund Komfort weil es Komfort bietet.

 

Ich bin mir sicher, in den letzten 2.5 Jahren eine ähnliche Email geschrieben zu haben...

Wer erinnert sich?

Wer mich kennt, weiß, ich lese viel. Sachbücher gehören auch in mein Repertoire.

Und egal ob spirituell angehaucht oder Top-Performance-Ratgeber: viele sprechen die Komfort-Zone an und wie wichtig es ist, sie zu verlassen.

Ich lebe das. Mein ganzes Leben ist eine Non-Comfort-Zone geworden.

Irgendwann im Studium hat das angefangen, ja. Da wuchsen meine Ansprüche an mich.

"Ich kann mehr als das. Das kann ich auch noch, und das bestimmt auch. Und wenn der das kann, kann ich das auch. Ich muss mich nur trauen."

Gesagt, getan. Friedemann packt den Rucksack mit Taschenmesser und verlässt frohen Mutes die Komfort-Zone, um sie zu erweitern.

Tut sie das wirklich?

Ich glaube, ich streune ich einfach analytisch durch meine Non-Comfort-Zone mit meinen Regeln und meinem Modus Operandi den ich mir aus Regeln und Schematas zurechtgelegt habe um zu überleben...

...und habe keine Ahnung, wo sich meine nicht-analytische Komfort-Zone befindet. Habe nur ein Taschenmesser dabei aber das GPS vergessen.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, alles zu analysieren und zu optimieren.

  • "Event? Top! Interessiert mich zwar nicht aber ich war noch nie da. Lerne Leute kennen, hinterlasse einen guten Eindruck, mach Connections! Geh ja nicht ohne das Maximum herausgeholt zu haben!"
  • "Freundin schlecht drauf? Klasse! Analysiere ihre Stimmung und mache tolle, logische und analytisch sauber ausgearbeitete Vorschläge nach Schema F, weil Logik immer hilft!"
  • "Hunger? Optimal, koch was! Wie wäre es mit einem Sous-Vide-Rindersteak auf Rote-Bete-Parfait, garniert mit karamellisierten Karotten? Ist ja schließlich Dienstag! Nur das Beste ist gerade gut genug, hier ist schon das Rezept!"

Ja komm eh..

Bleib doch mal in der Komfort-Zone und machs dir bequem.

Oder finde einfach mal wieder deine Komfort-Zone, wie wärs denn damit?

Du musst nicht auf Teufel komm raus auf jedes Event. Manchmal hellt eine lustige Geste und eine ehrliche, herzliche Umarmung die Stimmung mehr auf als ein teurer Blumenstrauß. Und pack doch mal heute einfach eine Tiefkühl-Pizza aus. Ist doch lecker. Und lass das Geschirr mal einfach stehen.

Weniger analysieren, weniger Kopf, weniger Regeln. Mehr Herz, mehr Bauch, mehr Gefühl.

Ich bezeichne mich selbst als Genießer und habe dann doch wieder das Gefühl, nicht in der Lage zu sein, zu genießen weil ich ständig analysiere und optimiere.

Keep your cool, Junge.

Dein