SoHo House Amsterdam – Lohnt es sich, einzuchecken? – FRIEDMANBERLIN

SoHo House Amsterdam – Warum es sich lohnt, hier einzuchecken

Lohnt es sich, Urlaub im SoHo House Amsterdam zu machen? Ja. Würde ich es wieder machen? Ja.

 

Meine Freundin und ich flogen vor Kurzem für ein Wochenende nach Amsterdam und sahen uns das neue SoHo House genauer an. Ich habe dafür etwas Budget eingeplant. Die Preise beginnen bei 145€-400€ pro Nacht. Es war unser einziger gemeinsamer Urlaub dieses Jahr, da kann man das mal machen!

 

Ich habe das Wochenende genossen und empfehle das Amsterdamer SoHo House jedem, der mit hochwertigem Design und tollem Interior etwas anfangen kann. Es gibt Kleinigkeiten, die unseren Ausflug getrübt haben und vermutlich dem jungen Alter des Hauses geschuldet sind. Dazu gleich mehr.

 

Der Eingangsbereich und das Zimmer: spät, aber oho!

 

Als wir aus dem Taxi stiegen, waren wir kurz verwirrt: wo ist denn nun das SoHo House? Beim genauen Hinsehen entdecken wir ein kleines Schild, dass das SoHo-House als solches identifiziert. Das Hotel ist unaufdringlich in die Gegend eingegliedert. Das gefällt mir.

 

Der Eingangsbereich wirkt einengend. Die Rezeption im Berliner SoHo House ist mit seinen hohen Wänden und der Weitläufigkeit in der Rezeption einladender. In Amsterdam fehlen Licht und Raum. Es wird kuschelig, wenn 20 Leute gleichzeitig einchecken.

 

Beim Check-In kam die erste Überraschung: ein Zimmer-Upgrade! Dann die zweite Überraschung: das Zimmer ist für drei Stunden nicht beziehbar. Daraus wurden vier Stunden. Das war etwas ärgerlich aber kein Drama.

 

Ich war noch nie in einem Hotelzimmer der SoHo-Kette. Ich bin beeindruckt, als ich das Zimmer betrete. Das SoHo House denkt an viele Kleinigkeiten. Ich bin ein Freund von aufmerksamen Details. Das trifft sich gut.

 

Die Stoffe und Materialien der Möbel und Vorhänge wirken durchdacht. Es ist ein gesunder Mix aus Tradition und modernen Elementen. Der Farbenmix besteht vorwiegend aus weiß, braun und beige. Das wirkt zurückhaltend, warm und einladend.

 

Eine dunkelbraune Holzkommode mit Cocktail-Utensilien, die aus den 50ern stammen könnten neben einem 50-Zoll-Flat-Screen-TV? Ein kabelgebundenes Telefon unter USB-Outlets in der Wand? Ein antik wirkender Kleiderschrank, der von innen beleuchtet wird?  Das passt.

 

Das Badezimmer ist so geräumig wie das Schlafzimmer. Es wartet eine kupferne Badewanne, bekannt aus Interior-Blogs und Zeitschriften. Warum der Wassereinlass am Kopfende montiert ist, bleibt das Geheimnis der Monteure. Ich habe mir mehr als einmal den Kopf angestoßen. Als Alternative gibt es noch die 4qm-große Dusche.

 

Die SoHo-Kette vertreibt eigene Beauty-Produkte namens „Cowshed“. Die gesamte Linie ist im Bad vertreten zur freien Nutzung, nicht zum Einpacken. Es wird ein durchdachtes Arrangement an Zahnbürsten, Rasierer, Kondomen, Zahnpasta, Zahnseide, Mundspülung, Tampons, Reinigungsprodukte und mehr angeboten. Es gibt auch einen Fön, der sich wirklich „Fön“ nennen darf sowie ein Glätteisen.

 

Fazit: das Zimmer ist schön und hervorragend ausgestattet. Wir erhalten kurz nach Bezug eine Flasche des hauseigenen Rosé-Weins aufs Zimmer. Schöne Geste! Die Wartezeit ist jetzt fast vergessen.

 

From top to bottom: Dach, Club, Frühstück und Cecconi‘s

 

Die Dachterrasse im sechsten Stock ist grandios. Sie geht einmal ums Gebäude herum mit Weitblick auf Amsterdam. Eine Seite beherbergt die Bar und die Küche, die andere Seite widmet sich dem Pool und großen Liegeflächen.

 

Der Pool und die Liegen bieten hohen Komfort. Der Service ist gewohnt freundlich und langsam. Bei gutem Wetter sind die Liegen am Pool überfüllt - und das im Oktober. Also besser schnell sein!

 

Im fünften Stock befindet sich der Club und Frühstücksbereich. Der Club ist wie unser Zimmer stilvoll eingerichtet mit großzügigen Sitzgelegenheiten, bequemen Sesseln und großen Couches. Hier findet man immer einen Platz.

 

Der Frühstücksbereich ist nach Süd-Osten ausgerichtet. Großflächigen Fensterfronten geben einen schönen Blick auf die umliegenden Gebäude, für ein schönes und helles Ambiente. Morgens wird ein großes Buffet vorbereitet für 17€ pro Person. Es umfasst Lachs, Bacon, Kuchen, Brot, Müsli, frischen Früchte und mehr. Das Essen ist gut, der Service ist überfordert.

 

Unsere bestellten Getränke kamen am Samstag und Sonntag an unseren Tisch, nachdem wir fertig mit dem Frühstück waren. Ich lege viel Wert auf mein Frühstück. Es ist nicht komplett ohne frischen Kaffee. Das ist vielleicht um 8 Uhr besser als um 10 Uhr. Wir sind aber im Urlaub.

 

Im vierten Stock befindet sich ein Gym und eine Sauna. Ich habe versäumt, mir beides genauer anzusehen. Ich erwarte hier weder positive noch negative Überraschungen, sondern hochwertigen Standard.

 

Im Erdgeschosse befindet sich, wie in jedem SoHo-House, das Cecconi’s. Das Restaurant ist eine positive Überraschung. Das Interior gefällt mir besser als in Berlin. Der gesamte Anspruch wirkt hochwertig, ohne das Gefühl von Arroganz zu vermitteln. Die Mitarbeiter waren durchweg freundlich und zuvorkommend. Das Essen war wie erwartet gut, wenn auch nicht überragend. Hier fühle ich mich wohl.

 

Fazit: Kinderkrankheiten täuschen nicht über die Qualität hinweg

 

Man kann sagen was man will: das SoHo House in Amsterdam ist durch und durch eine gute Adresse für Hotelgäste mit einem Anspruch an Luxus. Mein Höhepunkt ist die Dachterrasse. Die Pünktlichkeit des Service in den Restaurants ist ausbaufähig. Vermutlich liegt das daran, dass das Hotel erst im Sommer eröffnet hat und einige Abläufe noch nicht 100%ig klappen. Ich bin sicher, dass sich das ändern wird.